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Meine Reise, auf die ich euch mitnehmen möchte, hatte mich nach Südfrankreich, nach Lyon geführt, um eine Flusskreuzfahrt mit der Bijou du Rhône von nicko Cruises zu machen.

Wir hatten für die An- und Abreise nach Lyon den Bus mit Haustürabholung gewählt. Es ist bequem, da man mit dem Taxi von zu Hause abgeholt wird. Ein großes „Aber“, denn wir waren auf der Hinfahrt 16h, wir wurden 2.00 Uhr abgeholt, und zurück sogar 17,5h unterwegs. Mit dem Taxi, was Leute unterwegs eingesammelt hatte, zum Busparkplatz in Ichtershausen bei Erfurt. Dann mit dem deutschen Bus nach Bad Krozingen.


Dort gab es Mittagessen und wir fuhren mit dem französischen Bus weiter nach Lyon zum Schiffsanleger. Um das Gepäck brauchten wir uns nicht kümmern, es wurde automatisch in die Busse und aufs Schiff verladen. Auf der Rückfahrt ab Bad Krozingen fand ich es sehr grenzwertig, dass wir die 10,5h nur mit einem Busfahrer unterwegs waren. Es sollte vielleicht bei der Buchung mehr kommuniziert werden, wir lange man mit dem Bus unterwegs ist.
Willkommen an Bord der Bijou du Rhône

Kaum angekommen, wurden wir gleich eingeschifft und bezogen unsere gemütliche Kabine im Oberdeck 3. Die Kabine hatte ein Schiebefenster über die ganze Zimmerbreite, das wir bis zur Hälfte runter schieben konnten, fast wie ein richtiger Balkon.

Die großen Betten waren sehr bequem, in denen ich ausgezeichnet geschlafen hatte. Die Dusche im Badezimmer war mit einem Vorhang abgetrennt, den man tagsüber festgemacht hatte, so dass wir mehr Platz im Bad hatten.

Im Restaurant wurden wir unserem Tisch zugeteilt und wir genossen unser erstes Abendessen an Bord, welches das Küchenteam für uns gezaubert hatte. Zum Abschluss des Abends nahmen wir noch einen Drink in der Bar.

Eigentlich sollten wir 20.30 Uhr zu unserer Kreuzfahrt starten. Durch einen technischen Defekt konnte die Bijou Du Rhône erst 0.00 Uhr ablegen und deshalb war es uns nicht möglich, die Ausfahrt aus Lyon zu verfolgen. Wir starteten die bezaubernde Reise auf der Saône. Die Saône und Rhône fließen idyllisch durch das südländisch geprägte Frankreich.

Reinschnuppern in Tournus


Wir legten in Tournus statt in Chalon-sur-Saône an. Wir spazierten kurz durch das hübsche Städtchen mit seinen engen Gassen und alten Steinhäusern.
Stadtrundgang durch Beaune


Danach machten wir einen Busausflug durch das Burgund nach Beaune. Vorbei an malerischen Landschaften und leuchtend bunten Weinbergen. Trotz Regen schauten wir uns, die von Mauern umgebene Stadt, an, da unser eigentliches Ziel, das Museum Hôtel-Dieu, noch geschlossen war.


Beaune mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen ist von den Weingütern der Côte d’Or umgeben und durch ihre jährliche Weinauktion, die im Hôtel-Dieu abgehalten wird, bekannt.
Erster Höhepunkt – Museum Hôtel-Dieu in Beaune


Die Hospices de Beaune, mit ihrer gotischen Fassade, ist ein Wahrzeichen Burgunds. Das Museum Hôtel-Dieu ist ein ehemaliges Krankenhaus aus dem 15. Jahrhundert mit einem charakteristischen Dach aus farbenfrohen, geometrisch angeordneten, glasierten Ziegeln. Krankenhäuser wurden in Frankreich einst Hôtel-Dieu genannt und haben nichts mit Hotels bei uns zu tun.

Dieses prestigeträchtige Gebäude, das unter dem burgundischen Herzog Philipp dem Guten erbaut wurde, ist ein architektonisches Meisterwerk. Es ist schwer vorstellbar, dass ein solches wunderschönes Gebäude als Krankenhaus diente. Es war aber extra zu diesem Zweck errichtet worden, bevor man ein Museum daraus machte.

Im Innenbereich konnten wir uns die Räume ansehen, in denen Kranke in Einzelbetten behandelt wurden. So zum Beispiel der große Armensaal „Salle des Pôvres“ und die „Salle Saint-Hugues“. 30 Betten für die Kranken wurden hier in zwei Reihen aufgestellt. Im Mittelalter mussten die Reichen zahlen und die Armen wurden kostenlos behandelt.

Das Hôtel-Dieu von Beaune in Burgund war zu jener Zeit eines der modernsten Hospitäler der Welt. Dieses zeigt eindrucksvoll, wie mittelalterliche Krankenfürsorge in der schweren Epoche, die von Krieg, Krankheit und sozialer Not geprägt war, einen hohen Stellenwert hatte.

Hinter dem Altar befindet sich das absolute Highlight, das in Gold-, Rot- und Blautönen leuchtende Polyptychon des flämischen Malers Rogier Van der Weyden. Es handelt sich um einen Flügelaltar, ein Gemälde, das aus mehreren, zusammenklappbaren Teilen besteht. Ursprünglich stand es in der Kapelle des Krankensaals, wo man es an Sonn- und Feiertagen geöffnet und die restliche Zeit geschlossen bewundern konnte.

Wir sahen die Küche mit lebensgroßen Figuren in der damaligen Schwesterntracht. Die Schwestern waren nicht nur Krankenpflegerinnen, sondern auch Bäuerinnen, um die Patienten mit gesündesten Produkten aus eigenem Anbau als Nahrung und Medizin zu behandeln.

Sehenswert war auch die Apothekerei mit ihren über hundert Faience-Gefäẞen aus dem Jahr 1782. Dies zeigte uns, dass Heilkunst und pharmazeutisches Wissen bereits zu diesen Zeiten begannen. Dabei wurden Kräuter- und Heilmittel systematisch verwaltet, verarbeitet und ausgegeben.

Mehr als sechs Jahrhunderte lang diente das Hôtel-Dieu de Beaune als Krankenhaus. 1971 wurde das 1443 eröffnete Hospital geschlossen und in ein faszinierendes Museum umgewandelt.

Kurze Stadttour durch Mâcon


Auf der Fahrt nach Mâcon breitet sich eine wunderschöne Landschaft aus, die im Herbst wie bunt gemalt wirkt. Am Ufer ziehen sanfte Hügel, goldfarbene Reben, kleine Dörfer, Burgen und Schlösser an uns vorbei.


Am zweiten Tag legten wir in Mâcon an der Saône an. Wir hatten keinen Ausflug gebucht, erkundeten stattdessen das kleine nette Städtchen auf eigene Faust. Mâcon liegt rund 60 Kilometer nördlich von der Großstadt Lyon entfernt.


Der Ort war bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Kelten und Römern bewohnt. Später fiel er an die Franken und wurde im 15. Jahrhundert zum Hauptsitz des Landesteils Burgund. Mâcon wurde wegen ihrer strategischen Bedeutung in viele Kriege und Schlachten verstrickt. Die hübsche Stadt mit ihren bunten Fassaden ist echt sehenswert.
Das Beaujolais, Wein und mehr


Unser Schiff legte kurz in Belleville-sur-Saône an, um uns für den Busausflug durch das Beaujolais und das wunderschöne Tal d’Oingt von Bord gehen zu lassen. Wir fuhren an leuchtend goldgelben Weinbergen, reizvollen Tälern und kleinen Dörfern vorbei.

Unser Ziel war das Beaujolais Bio-Weingut Morel. Nachdem wir ausgestiegen waren, schauten wir kurz zu den bunten Rebstöcken. Eigentlich hatte ich erwartet mal hinter die Kulissen eines dieser Weingüter zu schauen, das heißt einen Weinkeller zu besichtigen. Dies war leider nicht so.

In einem Präsentationsraum des Weingutes bekamen wir spannende Infos über den Weinanbau im Beaujolais. Dann gab es eine Weinprobe, bei der wir drei verschiedene Weine aus dem Sortiment des Weingutes Morel probieren konnten.

Oingt – eines der schönsten Dörfer Frankreichs


Nach einer kurzen Weiterfahrt besuchten wir das mittelalterliche Dorf Oingt. Es liegt hoch oben auf einem Hügel und zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Die Häuser des Dorfes sind viele Jahrhunderte alt, wobei die Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen. In der Antike und im späten Mittelalter bewachte das Dorf die alte Passage zwischen Saône und Loire an der Grenze von Beaujolais und Lyonnais, die verfeindet waren.

Die wunderschönen ockergelben Fassaden im Pierres Dorées – Sandstein leuchten goldgelb. In den kleinen Häusern fanden wir kleine Ateliers und gemütliche Cafés, ein echt sehenswerter Ort.


Mit dem Bus ging es zur Anlegestelle in Trévoux, wo die Bijou du Rhône am Ufer der Saône bereits auf uns wartete. Kaum an Bord machten wir uns fein fürs Abendessen, was wieder total lecker war.

Nächtliche Fahrt durch das beleuchtete Lyon

Es kam zum nächsten Highlight, wir fuhren von der Saône auf die Rhône durch das wunderschön hell erleuchtete Lyon.

Diese Passage unserer Flussreise war richtig schön. Tausende Lichter der beleuchteten Stadt Lyon spiegelten sich auf dem Wasser. Wir glitten auf dem Wasser sanft dahin.

Toll beleuchte Brücken und Gebäude, sowie die Kathedrale auf dem Berg ziehen an uns vorbei und boten tolle Fotomotive.

Über die weiteren Stationen unserer Flusskreuzfahrt erzähle ich später im zweiten Teil meines Artikels. Ich danke dem gesamten, besonders freundlichen Team der Bijou du Rhône, dem Team von nicko Cruises für die fantastische Flusskreuzfahrt auf der Saône und Rhône. Mehr Informationen zur Flusskreuzfahrt „Südfrankreich bis nach Burgund“

Fotos Gabriele Wilms



























































































































