
Inhaltsübersicht
Unsere Reise hatte uns auf die Seychellen geführt, um eine einwöchige Kreuzfahrt mit dem historischen Segelschiff Sea Pearl zu erleben und euch darüber berichten.

Vom Flughafen Frankfurt/Main hatten wir einen Direktflug zum Flughafen auf Mahé, dem einzigen internationale Flughafen des Landes. Der Flughafen liegt nahe der Hauptstadt Victoria. Mit einem Shuttle ging es zum Hafen, Port Victoria von Silhouette Cruises.

Silhouette Cruises im Hafen von Mahé

Wir wurden im Hafen, Port Victoria von den Mitarbeitern von Silhouette Cruises sehr nett empfangen, konnten uns erst einmal leichte Sommerkleidung anziehen, denn es war sonnig und 27 Grad warm. Wir bekamen zur Erfrischung Kokosmilch aus einer frischen Kokosnuss, die perfekte Einstimmung auf eine Erlebnisreiche Woche auf der Sea Pearl.


Dies ist keine Segelkreuzfahrt, sondern eine Kreuzfahrt mit einem Segelschiff. Dies wird wahrscheinlich bei den Buchungen nicht richtig kommuniziert, denn einige Gäste waren etwas enttäuscht. Wir fuhren zum größten Teil mit Motor und die Segel wurden nur ab und zu zur Unterstützung geöffnet. Wir kreuzten zwischen den Inseln, ankerten davor und wurden mit dem Dingi, einem kleinen Beiboot, auf die Inseln zum Erkunden oder zum Schnorcheln und Tauchen gebracht.

Silhouette Cruises wurde 1997 gegründet und bietet den Charme der weltweit einzigartigen, tropischen Inseln der Seychellen mit der Romantik eines Seglers.

Mahé ist die Hauptinsel und die größte Insel der Seychellen. Mahé ist der Ausgangspunkt für den Besuch der anderen Inseln, von hier gehen regelmäßig die Fähren zu den Inseln. Victoria, die Hauptstadt befindet sich auf Mahé.

Einschiffung auf die Sea Pearl

Zehn Uhr erfolgte unsere Einschiffung auf die Sea Pearl. Unser Gepäck wurde von der Crew an Bord gebracht. Wir fuhren mit dem Dingi an die Backbordseite des Schiffes und kletterten über eine Leiter an Bord und wir bezogen unsere Kabine.


Die S.V. Sea Pearl ist ein traditionelles Segelschiff, dass seit 1999 zur Flotte von Silhouette Cruises gehört. Erbaut wurde die Sea Pearl 1915 in Vlaardingen, Holland und als Fischerboot namens „Dirk“ in Dienst gestellt. Sie bietet 8 Kabinen mit Etagenbett und Waschbecken. Es stehen 4 Gemeinschaftsduschen, 3 Toiletten und eine Deckdusche zur Verfügung.

Kapitän Justin begrüßte uns im Speiseraum und erklärte uns die Gepflogenheiten an Bord und das Programm des nächsten Tages. Das Schiff legte ab und Kapitän Justin steuerte das Schiff in Richtung der Insel Praslin. Wir genossen die Fahrt auf dem Sonnendeck und ließen uns den warmen Wind und die Nase wehen.

Wir ankerten vor Praslin und dann hieß es erst einmal, ab ins Wasser und eine Runde schwimmen. Trotz totaler Übermüdung, denn während des Nachtfluges konnten wir kaum schlafen, war es traumhaft schön sich sanft auf den Wellen treiben zu lassen.

Die Köchin Mitzi hatte uns ein richtig gutes Abendessen, in Form eines kleinen Buffets, gezaubert. Es war echt bewundernswert, wie sie diese Menge an wohlschmeckenden Gerichten in der echt kleinen Kombüse zubereiten konnte.


Gut verankert schaukelte die Sea Pearl in einen wunderschönen Sonnenuntergang, der auf dem Wasser tausendmal schöner war, als daheim.

Die Inselgruppe Seychellen im indischen Ozean

Die weltweit einzige Granitinselgruppe der Seychellen ist ein Archipel aus 115 Inseln im Indischen Ozean, vor der Ostküste Afrikas. Die Inseln haben zahlreiche, wunderschöne Strände, Korallenriffe und Naturschutzgebiete, sowie die berühmten Aldabra-Riesenschildkröten.


Die inneren Inseln der Seychellen sind die ältesten Inseln der Welt. Jede Insel hat ihren ganz eigenen Charakter und Charme mit ihrer Geschichte und einzigartiger Natur. Hier herrscht ganzjährig warmes Tropenklima, daher sind sie das perfekte Urlaubsziel, um Kälte und Schnee zu entfliehen.

Eh der Anker gelichtet wurde, fuhren wir mit dem Dingi zum Schnorcheln. Fire, der von uns liebevoll Kapitän vom Dingi genannt wurde, steuerte mit viel Spaß und Geschick das kleine Boot. Nach dem Schnorcheln hatte ich immer etwas Probleme über die kleine Leiter ins Boot zu klettern, mir war die Leiter einfach zu kurz.


Das Schnorcheln war immer traumhaft schön. Ich habe jede Menge bunte Fische, dabei auch einen großen Stachelrochen, der mein Highlight war. Wir waren fast jeden Tag schnorcheln. Leider hatte ich nicht das Glück, wie einige andere Gäste, eine Wasserschildkröte und ein Riff Hai zu sehen. Ein französischer Gast machte einen Tauchkurs während unserer Kreuzfahrt, den er mit Erfolg abgeschlossen hatte.
Fahrradausflug auf La Digue

La Digue ist die drittgrößte, östlich von Praslin, gelegene Insel der Seychellen. Unser Segler, die Sea Pearl ankerte vor der Insel La Digue und das Dingi brachte uns an Land. Nach der Überfahrt wurden wir von Kapitän Justin und Fire zum Fahrradverleih, gleich neben dem Hafen, gebracht. Fahrräder sind das häufigste Fortbewegungsmittel für Besucher und Einwohner. Wir nahmen unsere Fahrräder für 10 Euro pro Tag in Empfang. Ja richtig gelesen, wir konnte den Mietpreis in Euro bezahlen. Ganz wichtig ist es, an dem Fahrrad die Schaltung und die Bremsen zu überprüfen, denn man muss auf der Strecke einige heftige Steigungen überwinden, da sollten die Bremsen funktionieren. Im ersten Moment war ich über den Zustand der Räder etwas erschrocken, aber westlichen Standard muss man hier vergessen.

Auf ging es zur Erkundungstour. Es gibt keine Radwege, aber das macht nichts, denn es gibt kaum Autoverkehr. Die rund 10 km große Insel im Indischen Ozean kann man super mit dem Fahrrad erkunden und es gibt wirklich sehr viel zu sehen. Es leben rund 3000 Einwohner auf La Digue, die Diguois genannt werden. Auf La Digue denkt man die Zeit sei stehen geblieben. Seinen Namen hat La Digue von einem der Schiffe der Flotte der Entdeckerin Marion Dufresne, die 1768 von den Franzosen zur Erkundung der Granitinseln der Seychellen geschickt wurde.

Wir radelten zum nächsten Laden, um uns Wasser zu kaufen, dafür ist es notwendig ein paar Seychellen Rubie am Flughafen zu tauschen, denn die kleinen Läden nehmen weder Dollar noch Euro. Oft kann man mit Euro bezahlen, daher hatte ich auch nur 50 Euro getauscht.

Wir kamen vorbei an einer schönen Kapelle und machten einen kurzen Fotostopp. Nach kurzer Zeit erreichten wir den L’Union Estate Park.
L’Union Estate der Exotic & Natur Park of La Digue

L’Union Estate ist eine ehemalige Kokosnuss- und Vanilleplantage, hier erhält man einen Einblick in die koloniale Geschichte La Digues. Am Eingang wurden wir aufgefordert die Räder anzustellen und das kleine Eintrittsgeld von 100 SCR oder etwa 10 € für ein Tagesticket zu bezahlen. Man erhielt ein Band um den Arm und durfte passieren. Auf dem Gelände befindet sich immer noch eine Vanilleplantage. Die Produkte dieser Plantage kann man als getrocknete Vanille oder Essenzen in dem Shop kaufen.

Der Giant Union Rock ist mit etwa 40 Meter Höhe die höchste Erhebung des L’Union Estate. Er ist, mit einer Grundfläche von 4.000 m², wohl der größte zusammenhängende Granitfelsen auf Erden. Beeindruckend und majestätisch ragt der rund 700 Millionen Jahre alte Felsen in die Höhe und bringt mich zum Staunen. Der berühmte Granitfelsen von La Digue ist als Nationaldenkmal klassifiziert.


Auf dem Gelände des L’Union Estate befindet sich ein Gehege mit Riesenschildkröten, die etwa 30 bis 100 Jahre alt sind. Die Schildkröten wurden mit frischen Blättern gefüttert. Es waren unsere ersten Riesenschildkröten auf dieser Reise.


Unsere Radtour ging weiter bis zum Ende des Weges, wo wir am Strand ankamen. Wir stellten unsere Fahrräder ab, machten kurz Pause und beobachteten das Treiben am Strand. Mit Glasbooten paddelten die Leute an einander gekettet zum Riff. Danach ging es für uns zu Fuß weiter.


Wir gingen auf einen schmalen Weg mitten durch die Felsen und dann erreichten wir den ersten Strandabschnitt der Anse Source d’Argent mit den Granitformationen. Die von der Erosion wellenförmig geformten Felsen beeindruckten mich total. Ich war begeistert, blaues glasklares Wasser, weißer Sand und immer wieder die gigantischen Felsen.

Man kann am Strand entlang wandern und es folgen viele weitere Buchten, wo man sich ein lauschiges Plätzchen zum Baden suchen kann. Schon die Wanderung an diesem Küstenabschnitt ist ein Erlebnis. Er gilt als Traumstrand und ist ein beliebtes Fotomotiv, die schrägen Palmen dürfen natürlich nicht fehlen, das macht Urlaubsträume wahr.

La Digue bietet 11 Strände, dabei ist der Strand Anse Source d’Argent der am meisten fotografierte Strand der Welt. Auf La Digue gelangt man mit dem Boot in nur 20 Minuten von Praslin oder alternativ mit dem Katamaran von Mahé aus in einer guten Stunde. Auf Grund seiner unmittelbaren Lage am Äquator, verfügt La Digue über ein weitgehend gleichbleibendes, tropisches Klima mit ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit und Durchschnittstemperaturen von 25 bis 30° C.

An der Strandbar tranken wir einen Cocktail, um auf das Dingi zu warten, dass uns an Bord brachte.

Zurück an Bord gab es wieder ein leckeres Abendessen, was Mitzi für uns zubereitet hatte, von Oktopussalat, über leckeren Fisch und Hähnchen.

Den Abend ließen wir auf dem Sonnendeck ausklingen und genossen den Sonnenuntergang.
Besuch der Sister Islands mit Barbecue

Les Soeurs, die Sister Islands – „Sister Inseln“ auf den Seychellen sind zwei Inseln, die Grande Sœur und die Petite Sœur. Die Sea Paerl ankerte vor der großen Schwester und das Dingi brachte uns an Land. Die große Insel, Grande Sœur mit knapp 100 Hektar Fläche, die wir besuchten, ist der perfekte Ort zum Baden und Schnorcheln. Die Inselgruppe der Seychellen liegt nordöstlich von Mahé und nördlich von La Digue.


Kaum auf der Grand Soeur angekommen, machten wir einen kurzen Spaziergang quer über die Insel zum entgegengesetzten Strand. Der malerische Strand, mit seinem weißen Sand, ist ein ganz besonderes schönes Fleckchen Erde. Hier war doch ganz schön Wellengang, so dass wir uns nach einem kurzen Bad entschlossen, wieder zurück zum anderen Strand zurück zu gehen.

Die Insel beeindruckt durch ihre Naturschönheiten, wie üppigen Palmen und roten Granitfelsen. Hier leben auch die berühmten Riesenschildkröten, die frei laufen und wir bestaunen konnten.

Dann hieß es Baden und Schnorcheln im kristallklaren, türkisfarbenen Wasser, echt ein Paradies. Dann wurden wir von unserer Crew zum Mittagstisch gebeten.


Grand Soeur ist ein beliebter Ort für ein Barbecue am Strand, was auch unsere Crew für uns herrichtete. Sie grillten für uns Fleisch, Fisch und Hähnchen und dazu gab es Salate. Der Tisch war liebevoll für uns gedeckt. Das Essen war wie immer echt lecker.

Wir nutzten noch die Zeit, um ausgiebig zu baden und am Strand zu chillen, eh uns das Dingi wieder abholte und an Bord der Sea Pearl brachte. An Bord angekommen nutzten wir die Dusche an Deck, um uns das Salzwasser abzuwaschen, obwohl das Salzwasser meiner Haut richtig guttat, die dadurch richtig samtweich war.

Die meisten der Inseln, die wir auf unserer Reise besuchten, werden von gemeinnützigen Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen oder staatlichen Schutz- und Überwachungsorganisationen betrieben. Wir bezahlten für die Woche eine „Erhaltungsgebühr“. Dieser separate Betrag geht direkt in den Erhalt und die langfristige Nachhaltigkeit der Inseln, er stellt dringend benötigte Mittel für den weiteren Schutz und die Erforschung ihrer einzigartigen Ökosysteme zur Verfügung.

Ich danke Silhouette Cruises, Will Kommunikation, Tourism Department Seychelles sowie der gesamten Besatzung der Sea Pearl, besonders Kapitän Justin, Fire, Lois, Gilbert und Köchin Mitzi, Jay und Elsie für die Unterstützung und die tollen Tage an Bord.

Fotos Gabriele Wilms
Mein Artikel zur Kreuzfahrt mit der Sea Star von Silhouette Cruises „SY Sea Star – mit weiß-blauen Segeln durchs Inselparadies Seychellen“














































































