E-Bike-Genusstour um Karlsruhe (Teil 1)

Begleitet mich auf eine 4-tägigen Pedelec-Tour durch die Region Karlsruhe, um Baden, Pfalz und das Elsass kennen zu lernen und hier darüber zu berichten. Mit E-Bike und Bahn besuchten wir verschiedene Weingüter und den Vogelbräu, der bekanntesten Privatbrauerei von Karlsruhe.(Teil 1)

Wegen Corona wollen immer mehr Deutsche in Ihrem Heimatland Urlaub machen, daher habe ich das Angebot gern angenommen, um euch die Reize dieser Region, die Möglichkeiten der Mobilität, das beste Bier der Region und fantastischen Wein vorzustellen.

Bereits bei meinem ersten Besuch 2018 in Karlsruhe war ich positiv überrascht. Hier meine Eindrücke „Karlsruhe überrascht kulturell und kulinarisch“.  Dieses Mal stand eher das E-Bike und die Region rund um Karlsruhe auf dem Programm. Unsere Tour stand im Zeichen der Fahrrad-Erfindung, denn Karl von Drais, der Erfinder des Fahrrads stammt aus Karlsruhe. Der Maxime Verlag hat deshalb eine Karl-Dais-Biographie „Automobilität: Karl Dais und die unglaublichen Anfänge“ von Hans Erhard Lessing herausgebracht. Diese würdigt Karl Dais und räumt mit Vorurteilen auf, denn er schaffte es erstmals, Menschen dazu zu bewegen ein zweirädriges Gefährt zu balancieren. Seine Leistung war in erster Linie, das „Zweiradprinzip in Verbindung mit Leichtbau“. Mehr dazu www.maxime-verlag.de

Mein E-Bike von Swapfiets

Swapfiets ist ein Fahrradleihsystem unter dem Motto „Bleib immer mobil und sorge dich nie wieder um dein Fahrrad.“. Man mietet ein Fahrrad und kann diesen Mietvertrag monatlich kündigen. Sie garantieren einen zuverlässigen Service, wenn etwas am Rad kaputt geht, wird es innerhalb von 48 Stunden repariert. So kann man zum Beispiel ein E-Bike „Power7“, wie wir es gefahren sind, für 73€ monatlich mieten.

Unsere Räder waren Tourenräder mit Boschmotor, die Unterstützung hatte 4 Modi Eco, Touren, Sport und Turbo. Wobei ich grundsätzlich mit Turbo gefahren bin. Man kann bis zu 25 km/h schnell fahren und kommt mit einer Akkuladung bis zu 145 Kilometer weit, je nach Fahrweise. Wir sind im Schnitt so 40 – 65 km am Tag gefahren, so dass unser Akku immer ausreichend Saft hatte. Jeden Abend hatten wir den Akku ganz bequem abgemacht und im Hotelzimmer mit dem Ladegerät an der normalen Steckdose geladen.

Das E-Bike fährt sich echt gut und hat mir richtig Spaß gemacht. Nur das Auf- und Absteigen ist nicht so praktisch und erfordert eine gewisse Sportlichkeit. Auch der Sattel ist gut gepolstert und auch nach etlichen Kilometern hatte ich keine Po-Probleme. Es ist sehr schwer und wenn es einmal ins Fallen kommt kaum zu halten. Selbst wenn es mal etwas steiler bergauf geht, meistert man diese Steigung im Turbo und kleinen Gang super. Natürlich ist das Bergauf schieben kein Vergnügen, was ich zweimal machen musste, da mir der Schwung gefehlt hatte, bzw. ich mitten am steilen Berg anhalten musste. Bergab erreicht man hohe Geschwindigkeiten, meine Höchstgeschwindigkeit war 39 km/h mit bremsen, daher würde ich nie E-Bike ohne Helm fahren. E-Bike von Swapfiets

Nachdem wir unsere E-Bikes in Empfang genommen hatten, ging es gleich zu unserem ersten Programmpunkt zu MyApp Café in der Postgalerie in der Stadtmitte von Karlsruhe.

Kaffee vom Roboter – MyApp Café

In der Postgalerie in Karlsruhe ist der gläserner Container aufgestellt worden. In diesem hantiert an zwei Kaffeestationen ein Roboterarm mit Bechern, lässt je nach Wahl die bestimmte Kaffeesorte hinein und gibt sie aus. Das Ganze wird über die App MyApp Cafè gesteuert und Bargeldlos bezahlt. Man erhält einen Code, lässt ihn scannen und schon legt der Roboter los.

Man kann sich auch ein fröhliches Grußmotiv in den Schaum zeichnen lassen. Etwas ganz Besonderes ist das eigene Bild im Schaum zu sehen. Einfach ein Foto machen, hochladen und schon sieht man sich in dem Kaffeebecher wieder.

Der Barista-Roboter schafft bis zu 120 Kaffeebecher in einer Stunde. Es wird nur Fair-Trade-Kaffee in Bio-Qualität verwendet. Mehr Infos unter MyApp Café 

Empfang am SIST-Hotelturm

Hans-Christoph Bruß, Vorsitzende des Verkehrsvereins Tourismusregion Karlsruhe begrüßte uns offiziell vor dem kleinsten Hotel Deutschlands, dem SIST-Hotelturm in Karlsruhe und gab uns einen Vorgeschmack auf die kommenden Tage.

Mit kleinen, leckeren Snacks und einen Gläschen Affentaler Sekt startete unsere Genusstour perfekt.

Der SIST-Hotelturm, dem kleinsten Hotel Deutschlands werde ich in einem anderen Artikel verstellen. Mehr Infos unter Das kleinste Hotel Karlsruhe, der SIST-Hotelturm.

Tour-Start mit dem Pedelec, Ziel die Pfalz

Ab auf`s Rad und zum Bahnhof, denn wir fuhren erst einmal mit der Bahn. Dies ist in Karlsruhe dank Tages- und Gruppentickets bis zu 5 Personen für rund 21 € recht günstig und man kann damit bis zu 50 km rund um Karlsruhe DB, Straßenbahn und Bus fahren. Das tolle ist, dass die Fahrräder kostenlos mitgenommen werden können. Die Bahnsteige sind den Zügen angepasst, so dass auch das Ein- und Aussteigen kein Problem darstellt.

Wir fahren mit dem Zug in Richtung Schweigen im Pfälzerwald und radeln dann unsere erste Strecke durch nette kleine Orte mit zum Teil tollen Fachwerkhäusern.

An einem Relikt des Westwalls aus der Zeit des Deutsch-Französischen- Kriegs 1870/71 und später dem zweiten Weltkrieg. machen wir einen kurzen Fotostopp. Die Höckerlinie des Westwalls war als Kampfsperre vor der Bunkerlinie geplant, vor allem dort, wo ein natürlicher Schutz vor den Panzerangriffen nicht bestand. Die 1938 begonnene 9,6 km lange Höckerlinie im Ottenbachabschnitt begann im vorderen Winzertal ca. 300m nördlich von Oberottenbach und verlief über Niederottenbach bis zum Bahnhaltepunkt Steinfeld.

Es geht auf dem Radweg weiter entlang von Weinfeldern, mit streng gerade ausgerichteten Weinstöcken, die reichlich mit roten und weißen Trauben bestückt waren. Wir steigen kurz ab, um die Trauben zu kosten, sie sind zuckersüß und reif für die Ernte, was wohl für eine gute Qualität für den 2020iger Wein verspricht. Weiter geht es, Wiesen und Maisfeldern ziehen an uns vorbei.

Auf einer Koppel begrüßen uns ganz neugierig ein paar Pferde und dann geht es weiter erst bergauf und wieder bergab. Das Wetter meint es die ganzen Tage besonders gut mit uns, bei strahlendem Sonnenschein weht uns ein frischer Wind um die Nase.

Wir erreichen das Deutsche Weintor, dem Wahrzeichen der Pfalz am Beginn der Deutschen Weinstraße. Der Grundstein für das 19,2 Meter hohe Tor aus Sandstein im Stile des Neoklassizismus, wurde 1936 gelegt. Auf der nördlichen Seite entstand eine Art Wein Walk of Fame. 60 Jahre später entstand der Ehrenpfad, der Persönlichkeiten mit deren Namen auf Metallplatten im Boden ehrt, die sich um Weine sehr verdient
gemacht haben.

Winzerstube Leiling – David Leiling

Unser erstes Ziel ist das Weingut Leiling, wo wir tollen Pfälzer Wein genießen konnten. Für den ersten Durst nach dem Radeln wurde uns Weinschorle, einen „Schoppen“ im 0,5-Liter Dubbe-Glas, serviert. In das typische Pfälzer Dubbe-Glas sind Tupfen ins Glas eingelassen. Für die Weinschorle sollten mindestens vier fingerbreit Wein und vier fingerbreit Wasser in das Dubbe-Glas gegeben werden, aber mir kam es doch etwas stärker vor, das heißt mehr Wein als Wasser, aber richtig gut für durstige Radler.

Danach führte uns Besitzer und Kellermeister David Leiling durch das elterliche Weingut. Die Weinlese ist mitten im Gang und somit zeigt er seine historische Korbpresse und da dürfen wir den leckeren frischen Traubensaft kosten. Bei dieser Korbpresse wird beim Pressen verhindert, dass zu viel Gerbstoffe in den Wein gelangen und er nicht weiter maschinell verarbeitet werden muss.

Auf dem Grundstück ist ein altes Haus aus dem Elsass hier aufgebaut worden, die Weinmanufaktur dient als kultureller Treff- und Austauschort, denn der Hausherr ist auch bildender Künstler, vor allem Maler „Lichtmaler”, sagt er von sich selbst.

Wenn die Weine im Keller in ihren Holzfässern bis zur Abfüllung reifen, malt er auf Leinwänden. Seine Bilder findet man aber auch auf seinen ungewöhnlichen Etiketten „Boom Bottles”. Er produziert Wein mit Seele, rein vegan, ursprünglich im Eichenfass ohne Gärung, ohne Pumpen mit wenig Filterung, hier wird einfach mit viel Ruhe gekeltert.

Die Winzerstube, eine echte Künstlerkneipe, und der idyllische Garten haben südländisches Flair und laden zum Wohlfühlen und Genießen ein. Nach unserem Rundgang wurden uns große Platten mit leckeren Leberknödeln, Saumagen, der durch Helmut Kohl weltberühmt wurde, saftiger Schweinebraten und Würstchen auf reichlich leckeren Sauerkraut und Bratkartoffeln im Garten serviert. Dazu trinken wir Leilings Grauen Burgunder aus der Serie Hôpital, 2018, Rosé Prinzessin Vaaleanpunainen von 2018 und einem Rotweincuvée von 2017. Mehr zum Weingut Leiling 

Leider ist unser Besuch zeitlich begrenzt, da der letzte Zug zurück nach Karlsruhe auf uns wartet. Wir radeln in der Abendsonne gemütlich, ein kurzes Stück zum Bahnhof und ab in den Zug, was bei einer Gruppe von 12 Radlern nicht ganz so einfach war.

Übernachten im Designhotel Der Blaue Reiter

In unserem Hotel, dem Blauen Reiter stellen wir unsere E-Bikes in der Tiefgarage ab und beziehen unser schönes, modernes Design-Zimmer.

Mehr Information zum Designhotel Der Blaue Reiter, Amalienbadstraße 16, 76227 Karlsruhe-Durlach

Nach dem wir uns kurz frisch gemacht hatten, tranken wir noch einen leckeren Cocktail in der Bar zum Abschluss des Tages.

Ein herzliches Dankeschön an den Veranstalter dieser Pedelec-Tour die Europaeische-Insidertipps Redaktion Karlsruhe, besonders Michael Bartholomäus. Er hatte dieses Events umgesetzt. Ein großes Dankeschön an alle Sponsoren, wie Fahrradverleih Swapfiets, den Sportausstattern Deuter, Gonzo und Vaude, dem Hotel am Gottesauer Schloss und Hotel Der Blaue Reiter, dem Vogelbräu, der Wirtschaftsförderung Technologietransfer Karlsruhe, dem Verkehrsverein Tourismusregion Karlsruhe e.V und dem KVV für die Unterstützung.

Weiter geht es mit dem 2. Teil https://toureal.de/aktivreisen/27639/e-bike-genusstour-um-karlsruhe-teil-2.html

Fotos Gabriele Wilms

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Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 762 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit als Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels, Regionen Europas und weltweit.

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