„Vent unplugged“ – Auszeit-Angebote im Ötztaler Bergdorf Vent

Auf 1900 m über dem Meeresspiegel liegt das kleine Bergsteigerdorf Vent am Ende des Ötztals. Wir haben das kleine Dorf besucht, um eine neue Aktion „Vent unplugged“ zu testen. Einfach mal abschalten, runterkommen, den hektischen Alltag vergessen und neue Sichtweisen kennen lernen.

Das Ötztaler Bergdorf Vent unterhalb der Wildspitze (3774 m), dem höchsten Berg Tirols, liegt nur wenige Kilometer vom beliebten Urlaubsort Sölden entfernt. Es hat gerade mal 140 Einwohner und rund 800 Gästebetten. Der kleine Ort hat sich seine Ursprünglichkeit bewahrt und wird hauptsächlich von Bergsteigern, Hochalpinisten und Wanderern besucht, die die imposante Bergwelt und die Dreitausender bezwingen wollen.

Das neue Angebot war ein kostenloses Feel-Good-Programm in mitten der intakten Gebirgslandschaft. „Vent unplugged“ soll helfen aus dem Alltag der Überinformation, Hektik und Dauereindrücke auszusteigen, abzuschalten und sich einlassen, auf das, was der eigene Körper und die alpine Umgebung zu bieten haben. Von Vorträgen, wie zum Thema Kunstlicht und Sterndl schauen und dabei eine Nacht die komplette Straßenbeleuchtung abgeschaltet, über körperliche Übungen, wie Yoga, Qigong, Kort.X Training bis hin zu Kunst und regionaler Kulinarik, war dies ein breit gefächertes Angebot.

„Helle Not“ – Stefanie Suchy

Ein interessanter Vortrag zum Thema …Kunstlicht, Nacht und Sternenhimmel…mit Stefanie Suchy war der erste Punkt im umfangreichen Programm des verlängerten Wochenendes. Kunstlicht zieht damals wie heute Aufmerksamkeit auf sich und suggeriert Wohlstand und Fortschritt. Es ermöglicht uns Arbeit und Freizeitaktivität rund um die Uhr. Die Schattenseite ist, dass das stetig zunehmende nächtliche Beleuchtungsregime nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus der Menschen verändern, sondern auch Einfluss auf die Lebensbedingungen vieler Tiere und Pflanzen haben.

Während natürliche Nachtlandschaft durch das Zusammenspiel von dunkler Landschaft und überwältigendem Sternenhimmel besticht, lassen künstliche Lichtglocken von Städten die Landschaft verblassen. Stefanie Suchy referierte über die dunkle Seite des Lichts und zählt Möglichkeiten auf, Kunstlicht verantwortungsvoll einzusetzen. Mehr dazu www.hellenot.org http://www.hellenot.org/home/

Kort.X® bringt Bewegung in dein Oberstübchen

Kort.X® ist ein wissenschaftlich fundiertes Gehirntraining, das Körper und Geist fitter macht. Iris Mittendorfer vom THE GOOD CAMP® hatte mit uns, in mitten der traumhaften Umgebung der Ötztaler Bergwelt, diesen innovativer Mix aus einfachen Bewegungsabläufen und geistigen Herausforderungen durchgeführt.

Mit viel Spaß hatten wir die Koordinationsübungen gemeistert. Habt ihr schon mal probiert mit dem rechten Arm andere Bewegungen als mit dem Linken zu machen und das gleichzeitig? Echt eine Herausforderung. Oder in unterschiedlich farbige Reifen zu steigen und dabei mit den Händen andere Bewegungen machen.

Kort.X® ist ein bewegtes Gehirntraining, es wird bewusst und gezielt das Gehirn trainiert. Es ist lustig und herausfordernd, durch einfache Übungen mit Armen und Beinen, das Reagieren auf Farben, akustische Signale und Aufgaben für den Kopf wird alles kombiniert. Der Körper schwitzt, der Kopf raucht und man ist nur noch am Lachen und dabei noch den fantastischen Ausblick auf die Berge genießen. Am Anfang ärgert man sich noch über sich selbst, wenn etwas nicht klappt, aber je öfter man übt, desto besser und perfekter wird man und ist stolz. Mehr Informationen THE GOOD CAMP® www.thegoodcamp.net

Qigong mit Anna-Maria Missethon

Auf ging es zu Qigong mit Anna-Maria Missethon an idyllischen Kraftplätzen rund um Vent mitten in der Ötztaler Bergwelt. Dies war ein ganz besonderes Erlebnis. Qigong ist körperliche und mentale Tiefenentspannung. Es ist ganzheitlich harmonisierend für Körper, Geist und Seele, stärkt die Lebenskraft und hält gesund.

Am Ufer des Flusses begannen wir unter der Anleitung von Anna-Maria mit Entspannungsübungen.

Nach kurzer Wanderung geht es zum nächsten Kraftplatz um mit fließenden und achtsam ausgeführten Bewegungen Spannungen zu lösen. In Verbindung mit der Atmung stärken und vertiefen sie die Konzentration. Es wird der Energiefluss im Körper wiederhergestellt. Anna-Maria übt seit 1983 Qigong als Berufung mit viel Freude aus. Weitere Infos Dantian Zentrum www.dantianzentrum.com

Slow food zum Selbermachen mit Pirmin

Ein absolutes Highlight war der Workshop “Slow food zum Selbermachen” mit Pirmin, dem diplomierten Küchenchef und Inhaber des Hotels Macun am Dorfende von Vent. Auf der Terrasse mit Blick auf die Berge waren dafür ein Herd und Tische aufgebaut. Pirmin bereitete mit uns zusammen Kasnocken, Buchteln und selbst gemachte Vanillesauce zu, damit wir dies zu Hause nachkochen können.

Pirmin gab uns wertvolle Tipps zum Hefeteig und zur Vanilleschote, wie zum Beispiel das Mark der Schote wird ausgekratzt und dann wird die Schote mitgekocht und dann nicht weggeworfen, sondern mit Zucker in ein Glas gelegt, so macht man sich seinen Vanillezucker selber.

Die Kasnocken und Buchteln haben wir unter Anleitung selbst geformt. Später durften wir diese typisch tirolischen Gerichte verkosten. Mehr Informationen zum Hotel Macun 

Regionale Themen-Menüs zu Lamm, Wild und Fisch

Als Auftakt haben die Genussbotschafter – Azubis am Hotel Macun die regionalen Aperos „Alpines Fingerfood“ zubereitet und uns zur Verkostung angeboten.

Danach ging es in das gewählte Hotel zum Themen-Menü. Wir hatten uns für das Wild-Menü im Natur & Alpinhotel Post entschieden. Zur Wahl standen noch im Hotel Alt Vent – Tyrol ein Menü mit Schaf- und Lammspezialitäten und im Hotel Macun bar & restaurant 17 Spezialitäten rund um den Fisch. Das Fisch-Menü durften wir am nächsten Tag genießen.

Unser Menü im Posthotel war ein erstklassiger Genuss fürs Auge und den Gaumen vom ersten bis zum letzten Gang. Zu jedem Gang wurde der passende Wein gereicht. Das Natur & Alpinhotel Post werde ich in einer anderen Geschichte näher vorstellen. Mehr Informationen zum Natur & Alpinhotel Post

Aufwachen mit Morgen Yoga

Daria Trenkwalder von THE GOOD CAMP® Yoga hatte uns zum Hotel Macun eingeladen, um mit Morgen Yoga in den Tag zu starten. Für Daria gibt es nichts Schöneres als in und mit der Natur zu sein. Als Yogalehrerin und Schauspielerin zwischen Indien, Berlin und München lebt sie ihre Kreativität und ihr eigenes authentisches Leben so wie sie es sich vorstellt. Ihr Motto: „Atme und bewege deinen Körper – sei aktiv und kreativ.“

Begonnen hatten wir mit Atemübungen auf der Terrasse des Macun mit freiem Blick auf die Berge. Nachdem wir ausgiebig Sauerstoff getankt hatten ging es im Übungsraum mit Yoga auf der Matte weiter.

Nach 1.5h waren wir fit für die Erlebnisse des Tages und es ging zum leckeren Frühstück in unserem Hotel, dem Natur & Alpinhotel Post.

Entspannen in und mit den Bergen

Am Nachmittag hieß es Entspannen in und mit den Bergen. Mitten auf der Wiese machten wir es uns erst im Sitzen und dann liegend auf Yoga-Matten gemütlich.

Daria von THE GOOD CAMP® führte uns zur Tiefenentspannung. Eine Teilnehmerin ist sogar eingeschlafen. Nach rund 45 Minuten ging es uns richtig gut.

„Sterndln schauen“ – Norbert Span

Die Sternenfotos von Dr. Norbert Span sind ein wahrer Hochgenuss. Er zeigte eine Auswahl seiner Fotos. Leider ist das anschließende Sterndln schauen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, ein Gewitter mit starken Regen hat dies verhindert.

An diesem Abend wurde im Rahmen von „Vent unplugged“ in ganz Vent die Straßenbeleuchtung abgeschaltet, es ist Wahnsinn wie man sich an das künstliche Licht gewöhnt hat.

Wandern mit dem Künstler Gerbert Ennemoser

Ein echtes Erlebnis war die Wanderung mit dem Künstler Gerbert Ennemoser über den Barteb´ne Kunstweg. Der Kunstweg entstand während mehrerer Kunst-Symposien bis 2014 mit verschiedenen Künstlern. Gerbert erklärte uns voller Leidenschaft jedes Kunstwerk und erzählte auch noch ein paar Anekdoten über die Künstler und Kunstwerke. Mehr dazu werde ich in einer anderen Geschichte erzählen.

Am Ende des Kunstweges ging es auf der gewaltigen Hängebrücke über die 40 m tiefe Rofenschlucht zu den Rofenhöfen. Die Rofenhöfe auf 2014 m sind die höchsten ganzjährig bewirtschafteten Höfe Tirols.

Musikalisch begleitet mit einem Frühschoppenkonzert live und unplugged mit „TyRoll“ & „TOI“ hatten wir uns vor dem Rückweg gestärkt.

Nachhaltigkeit und bewusstes Leben sind im Ötztal Tradition statt Trend. Besonders für das urige Vent gehört die Bewahrung der Umwelt zum kulturellen Selbstverständnis.

Weitere Infos: Ötztal Tourismus, Gemeindestraße 4, A-6450 Sölden, Tel.: +43 (0) 57200-0, info@oetztal.com, www.oetztal.com

Wir danken dem Ötztal Tourismus, Familie Pipamer-Moser und dem gesamten Team vom Natur & Alpinhotel Post für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms und Michael Cremer

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Gabriele Wilms
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Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit als Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels, Regionen Europas und weltweit.

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