Silberregion Karwendel – Urlaub fernab vom Massentourismus

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Die Silberregion Karwendel verkörpert das ursprüngliche, echte Tirol, tiroler Gastfreundschaft und Urlaub fernab vom Massentourismus.

Es hat uns in die Silberregion Karwendel geführt, um diese kennen zu lernen und die Vorzüge dieser Region zu genießen, sei es bei sanften Winteraktivitäten oder kulinarischen Gaumenfreuden. Sie verdankt zum einen dem Edelmetall „Silber“ und zum anderen dem angrenzenden Gebirgszug „Karwendel“ den Namen. Es ist die einzige Region Tirols, die den Gebirgszug im Namen trägt. Die Region liegt im schönen Inntal und wird auf der einen Seite vom Karwendelgebirge und auf der anderen Seite von den Tuxer Alpen begrenzt.

Zur Geschichte und dem Ort Schwaz

Um 1500, in der Blütezeit des außergewöhnlichen Silber- und Kupfervorkommen war Schwaz und die Region von großer Bedeutung. Die Silberstadt kam dadurch im 15. und 16. Jahrhundert zu wirtschaftlichem Reichtum. Davon zeugen zahlreiche Bauwerke und Sehenswürdigkeiten aus der Bergbauzeit, die man zum Teil in der netten Altstadt von Schwaz bewundern kann.

Die Gästeführerin Petra Eberharter zeigte uns Schwaz und erzählte uns von der Geschichte. Unsere Tour durch die charmante Altstadt begannen wir an der Büste von Kaiser Maximilian I., die nach einem Bild von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1519 angefertigt wurde.

Schwaz musste viele schwere Schicksalsschläge verkraften. Aufgrund der Globalisierung und der immer schwieriger werdenden Bedingungen war der Bergbau international nicht mehr konkurrenzfähig. Das Silberbergwerk am Falkenstein in Schwaz wurde als „Aller Bergwerke Mutter“ benannt. Sie war eine der großen Bergbaumetropolen in Europa. Zu dieser Zeit hatte Schwaz bereits 12.000 Einwohner und war nach Wien die zweitgrößte Ortschaft im Habsburgerreich. Um 1809 fiel ein Drittel der Stadt Schwaz im Tiroler Freiheitskampf den Flammen zum Opfer.

Der Silberabbau begann laut einer unbestätigten Sage im Jahre 1409, als die Magd Gertraud Kandlerin beim Weiden eines Stieres auf dem Kogelmoos, oberhalb des Ortes, einen silbererzhaltigen Stein entdeckt haben soll. Er wurde bis 1957 auf „Sparflamme“ weiterbetrieben, später wurde nur noch Schotter gewonnen. Der Abbau in Schwaz wurde aufgrund eines gewaltigen Felssturzes im Jahre 1999 gänzlich eingestellt. Heute kann man sich auf historische Silberspurensuche im berühmten Schaubergwerk begeben. Leider war dieses bei unserem Besuch geschlossen, aber wir haben uns vorgenommen dies nachzuholen. Mehr dazu hier

Die Augsburger Handelsfamilien Fugger waren in Schwaz über den Zeitraum des Silberbergbaus präsent und ließen das viergeschossige Fuggerhaus, heutige Rathaus von 1505 bis 1510 erbauen. Das außergewöhnliche Gebäude ist mit Fresken und gemalte Fensterumrahmungen wunderschön gestalten und besitzt an der Hauptfassade einen achteckigen Mittelerker sowie einen Eckerker

Ein absolutes Highlight ist die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt am anderen Ende der Franz-Josef-Straße, die mit Ihren kleinen Geschäften zum Bummeln und Verweilen einlädt. Ein Muss ist das Schatzkammer, wo man tolle Erinnerungen an die Region kaufen kann.

Die Stadtpfarrkirche ist einfach sehenswert, ganz besonders interessant ist der Dachstuhl der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, der noch genau wie das Dach im Originalzustand erhalten. Der Dachstuhl wurde von 1503 bis 1518 vom Zimmermeister Thomas Schweinebacher mit fünf Geschoßen aufgesetzt und das Kirchendach wurde mit 15.000 Kupferplatten bedeckt.

Auf Grund von statischen Problemen des Kirchturms durften die Glocken nicht mehr geläutet werden, es wurde 1910 beim Friedhof ein neuer Turm errichtet in den 1911 die Glocken samt Glockenstuhl übertragen wurden. Stadtführungen mit professionellen Stadtführern organisiert das Stadtmarketing Schwaz.

Mit der regionalen Währung der Silberregion – dem Silberzehner hält man das Erbe der Silberzeit in Ehren:www.silberzehner.com

Genuss pur im Schloss Mitterhart

Nach einer Stadtführung darf die Kulinarik nicht fehlen und so kehrten wir im romantischen Schloss Mitterhart aus dem 16. Jahrhundert ein. Das Schloss wurde 1515 bis 1520 von dem edlen Ritter Hieronymus von Stauber, einem Finanzfachmann der Fugger, in Vomp erbaut. Die Familie Mair führt den Familienansitz, das Schloss in sechster Generation mit Verantwortung und Tradition.

Chefkoch Mair, Andreas Jenewein, Obmann

Im Restaurant verwöhnt Küchenchef Mair seine Gäste mit Köstlichkeiten der Tiroler Küche, sowie internationalen Spezialitäten. Er ist Mitglied der “Tiroler Wirtshaus” Initiative.

Wir durften ein köstliches 3-Gänge-Menü genießen, es war einfach nur lecker und sehr zu empfehlen. http://www.schloss-mitterhart.at/

Silberregion Karwendel

Schneeschuhwanderung mit Wally

Am Morgen hieß es, auf zu einer unvergesslichen Schneeschuhwanderung. Im Tal lag kaum Schnee, daher wurden wir mit dem Taxi auf den Weerberg, einer Mittelgebirgsterrasse hoch über dem Inntal gefahren, Waltraud hatte uns an der tollen Kirche Mariä Empfängnis mit ihren zwei Türmen erwartet und zusammen ging es zum Startpunkt unserer geführten Schneeschuhwanderung. Hier legten wir die Schneeschuhe an. Wichtig sind feste, robuste Winterschuhe. Schneeschuhe und Stöcke kann man sich beim Tourismusverband Silberregion Karwendel, an verschiedenen Stationen, wo man gut wandern kann, kostenfrei ausleihen.

Auf geht’s, selbst für die Anfänger, die noch nie Schneeschuhe anhatten ist es kein Problem damit zu wandern. Mir macht es richtig viel Spaß. Bei strahlendem Sonnenschein wandern wir auf dem Panoramaweg Hüttegg querfeldein am Hang entlang.

Dabei konnten wir eine traumhafte Weitsicht auf das Inntal bis nach Innsbruck genießen. Immer wieder muss ich stoppen, um Fotos zu schießen. Wir stapften durch den Neuschnee, bergauf und bergab und genossen die weiße Pracht, den besonderen Wintercharme der Silberregion. Zum ausführlichen Artikel mit Überschrift “Blauer Himmel, weißer Schnee und Schneeschuhe in der Silberregion Karwendel” kommt ihr hier

Das Ziel unserer Schneeschuhwanderung war das Hüttegg, wo wir zum Abschluss erst einmal einen Aperitif und in die Sonne genossen.

Danach gab es Köstliches der Küche und am Ende einen besonders guten Kaiserschmarrn. Hüttegg ist das 360° Genussreich am Weerberg mit einer wunderschönen Terrasse, in der man bedient wird.

Von leckeren Burger bis zu Fisch findet jeder das Richtige für seinen Geschmack. Ganz besonders lecker war die Kürbiskernsuppe. Mehr Infos zu Das Hüttegg

Fünf Kleinst-Skigebiete

Hier ist auch eines der fünf Kleinst-Skigebiete der Silberregion. Bei 7-Tage Übernachtung wird ein Gratis Kinderskikurs für die Kleinen in Kleinstgruppen angeboten. An 6 Tagen, jeweils 2 Stunden am Vormittag lernen die Kinder von 4 – 12 Jahren entspannt das Ski fahren, am Ende gibt es ein Abschlussrennen. Die Ausrüstung für den Pistenspaß kann ausgeliehen werden, wobei die Skischulen der Silberregion 50 Prozent Rabatt auf die Leihausrüstung gewähren.

Die Kleinstskigebiete fernab von Massentourismus sind perfekt um Ski oder Snowboard zu lernen oder wieder einzusteigen. Daher wird die Region als „Schule des Wintersports“ bezeichnet. Andreas Jenewein, Obmann der Tourismusregion erzählt uns eine Anekdote: „in seinem Hotel waren 5 junge Snowboardfahrer abgestiegen. Er war der Meinung, sie konnten nur falsch sein. Er frug nach und erfuhr, sie sind Anfänger, da ist es hier perfekt und wir blamieren uns nicht bei unseren Freunden.“

Es macht einfach Spaß die Kleinen bei ihren ersten Ski-Versuchen zu beobachten. Ab und zu werden sie beim Skikurs vom Maskottchen Karwendolin besucht, was für großen Spaß sorgt. Die übersichtlichen kleinen Skigebiete eignen sich perfekt für junge Anfänger und Fortgeschrittene. Auf einer urigen Almhütte oder in einem modernen Bergrestaurant kann man gemütlich verweilen, tiroler Spezialitäten genießen und den fantastischen Sonnenuntergang am Karwendel beobachten.

Für ganz tollen Winterzauber sorgt eine flotte Rodelpartie auf den zahlreichen Rodelbahnen, dies gehört einfach zu einem unvergesslichen Winterurlaub.

Das Rodelparadies der Silberregion Karwendel bietet ihnen 15 Rodelbahnen, um auf frisch gewachsten Kufen um die Kurve und bergab zu flitzen. Ein besonderes Highlight ist die längste Rodelbahn Nordtirols hoch über der Silberstadt Schwaz. Es ist pures Rodelvergnügen, wenn man neun Kilometer vom Hecherhaus am Kellerjoch, der Bergstation des örtlichen Skigebiets, auf 1.887 m Höhe, bis ins Tal zur mittelalterlichen Burg Freundsberg rodelt. Mehr Infos zum Rodeln finden hier 

Wellness im Hotel Rettenberg

Es gibt nichts Schöneres als nach einem Tag in der Natur, im Schnee in einem tollen Wellnessbereich zu schwitzen und zu entspannen. Unser Hotel Rettenberg ist dafür perfekt. Mit einem richtig schönen Wellnessbereich bietet es verschiedenen Saunen, von Infrarotkabine, finnischer Panoramasauna, Kräutersauna und einem Dampfbad, einfach für jeden Geschmack das Richtige.

Im großen Ruhebereich können sie auf Schaukeln, Wasserbett, tollen Liegen bis hin zu abgeschiedene Ruheflächen entspannen und lesen, es sich gut gehen lassen.

Unser tolles Appartement im Hotel bot einen großen Wohnbereich und ein Schlafzimmer, einfach zum wohl fühlen.

Ich mag es besonders am morgen vor dem Frühstück ein paar Runden zu schwimmen, der Innenpool des Hotels ist einfach genau richtig, um entspannt in den Urlaubstag zu starten.

Und das tolle Frühstück vom Buffet rundet das Angebot ab. Nicht zu vergessen die richtig gute Küche, von der wir uns beim Abendessen überzeugen konnten.

Für abendliche Aktivitäten ist auch eine tolle Bowlingbahn mit „Fliegerbar“ vorhanden. Mehr Infos zum Hotel Rettenberg 

Hüttenabend auf der RachKuchl am Vomperberg

Einen ganz besonderen Hüttenabend durften wir auf der RachKuchl am Vomperberg erleben. Nachdem es Wiener Schnitzel mit selbstgemachten Kartoffelsalat gab, besuchte uns der beliebte Tiroler Radio- und TV-Moderator Harry Prünster und wir erlebten mit ihm die Herzlichkeit und die gelassene Mentalität der Tiroler.

RachKuchl am Vomperberg 7 Harry Prünster, Andreas Jenewein, Obmann

Er erzählte, wie im Fernsehen einen Witz nach dem anderen. Und unterhielt uns mit Musik und Gesang. Wir haben an diesem Abend sehr, sehr viel gelacht.

Harry Prünster hat versucht mit dem lustigen Tiroler Wörterbuch „Griaß Di“ tiefere Einblicke in die Schwierigkeiten des allseits beliebten Tiroler Dialekts zu geben. Sie ist eine wahre „Überlebenshilfe“ für Touristen und Tirol-Fans im Umgang mit den „Eingeborenen“. Harry, der ehemalige Deutschlehrer setzt sich dabei intensiv mit den Eigenheiten dieser Mundart auseinander und hilft dem Leser den Dialekt nicht nur besser zu verstehen, sondern ihn auch zu erlernen.

Das humorvolle Buch ist mit über 250 bunten und lustigen Karikaturen von Stefan Torreiter illustriert. Es ist bei Thalia, in allen Trafiken der Silberregion Karwendel, in den Buchhandlungen Tyrolia sowie Riepenhausen und der Schatzkammer in Schwaz mit einem UVP von EUR 21,90 erhältlich. Zudem kann das Buch online unter www.silberregion-karwendel.com/harry-pruenster-buch bestellt werden.

Harry Prünster ist ein erfolgreicher Unterhaltungskünstler mit zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen im ORF und in Privatsendern, die bekannteste Sendung ist wohl „Harrys schönste Zeit“ im ORF 2.

Silberregion Karwendel

Wir danken dem Tourismusverband Silberregion Karwendel, besonders Andreas Jenewein, Obmann, Elisabeth Frontull, Geschäftsführerin, Lisa Schneeberger, sowie Elisabeth Zelger von mk Salzburg für die tollen Tage in Tirol und die Unterstützung. Mehr Informationen zur Silberregion Karwendel 

Fotos Michel Cremer und Gabriele Wilms

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Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 756 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit als Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels, Regionen Europas und weltweit.

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