Mit der WORLD VOYAGER die Kanaren und Madeira erkunden (Teil 2)

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In 10 Tagen die 7 kanarische Inseln, Porto Santo und Madeira erkunden, kann man nur mit einem kleineren Kreuzfahrtschiff, der World Voyager. Im zweiten Teil erzähle ich euch von meiner Route von Porto Santo bis Fuerteventura.

Meine erste Kreuzfahrt auf dem Meer hat mich auf die World Voyager geführt und mich verzaubert. Bisher hatte ich nur Fluss-Kreuzfahrten unternommen, also war es Zeit auch einmal auf hohe See zu gehen. Das „kleine“ Schiff, die World Voyager des Stuttgarter Reiseveranstalters nicko cruises war dafür perfekt. Unsere Reiseziele, die Kanarischen Inseln und Madeira standen schon lange auf meiner Wunschliste.

World Voyager

Portugiesische Insel Porto Santo

Als nächste Insel auf unserer Kreuzfahrt fuhren wir die kleine Nachbarinsel von Madeira, die portugiesische, kleinste bewohnte Insel Porto Santo an. Übersetzt heißt Porto Santo heiliger Hafen. Sie liegt im Madeira-Archipel, nordöstlich von Madeira, am südöstlichsten Rand Europas, im Atlantischen Ozean. Die zu Portugal gehörende Insel ist rund 500 km von der afrikanischen Küste und 1000 km von Europa entfernt. Von Madeira trennt die Insel gerade mal 42 km und Lissabon nur eineinhalb Flugstunden. Zum Madeira-Archipel gehören die Inseln Madeira und Porto Santo und die unbewohnten Inseln von Selvagens und Desertas, die 1418 von portugiesischen Seefahrern entdeckt wurden. Auf Porto Santa herrscht eine Durchschnittstemperatur zwischen milden 17 und 22 Grad.

Die Insel ist 11,6 Kilometer lang und 6 Kilometer breit, mit einer Gesamtfläche von 42,17 km² und passt somit rund 16-mal in die große Schwesterinsel Madeira. Sie zählt seit 2020 offiziell als UNESCO-Biosphärenreservat. Vila Baleira ist die Inselhauptstadt mit höchstens dreigeschossigen Gebäuden, hier findet man auch das Museumshaus, in dem einst Christoph Kolumbus wohnte. Porto Santo wird von türkisblauem Wasser umspült und besitzt einen 9 km langen, feinen, goldgelbem Sandstrand. Da Madeira keine Sandstrände hat, fahren die Bewohner gern mit der Fähre in 2 ½ Stunden zum Baden nach Porto Santo.

Ich nehme an einer Inseltour auf Porto Santo teil, um die kleine Insel näher kennen zu lernen. Wir besuchen als erstes die Windmühlen von Porto Santo, die die Landschaft und die Geschichte der Insel charakterisieren. 1794 wurde vermutlich die erste Mühle auf der Insel in Matas gebaut, um Getreide zu mahlen, insbesondere Weizenmehl, das für die Brotherstellung benötigt wurde. Es soll mal 30 Windmühlen gegeben haben. Die drei Windmühlen befinden sich im Gebiet von Portela, von diesem Standort hat man eine tolle Aussicht auf die Insel. Sie sind heute nicht mehr in Betrieb, aber gut erhalten und ein wichtiges Element der Landschaft, des Erbes und der Kultur von Porto Santo.

Wir machten Stopp in dem ehemaligen Weingut “Casa da Serra” in Vila Baleira. Heute ist es ein Heimatmuseum und wir bekamen einen kleinen Einblick in das Alltagsleben der Leute in Porto Santos zu früheren Zeiten. Im kleinen Wohnhaus, ist die alte Einrichtung noch weitgehend vorhanden und es wurde ein Haus-Museum eingerichtet. Liebevoll sind die Exponate zusammengetragen wurden, sie erzählen ihre Geschichte, um zu demonstrieren, in welch beschiedenen Verhältnissen die Insulaner hier lebten.

In der Küche befindet noch ein alter Holzofen, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer sind noch wie früher eingerichtet. Im kleinen Laden kann man hausgemachte Spezialitäten, wie den starken Inselwein, typische Liköre, traditionelle Backwaren und Gelees kaufen.

Besonders beeindruckend war der Mini-Zoo und Mini-Botanische Garten der Quinta das Palmeiras, Porto Santo. Hier konnten wir eine Vielzahl üppiger Pflanzen auf einer Fläche von 5380 m² und die verschiedensten Papageien, zum Teil freilebend bestaunen. Aber auch ein Strauß, Wasserschildkröten und vieles mehr gab es zu sehen.

Die Quinta ist eine richtig kleine Oase in einem trockenen Gebiet und somit das Ergebnis der Vision von Carlos Afonso. Sie ist ein Zufluchtsort für viele Pflanzen und viele Vögel, die dort in Freiheit leben. Geöffnet ist sie täglich von 10.00 – 13.00 und von 15.00 -17-00 Uhr und kostet für Erwachsene 3 €, Kinder haben freien Eintritt.

Meine Lieblingsinsel Madeira

Am Abend legen wir im Hafen von Funchal an. Dies nutzten wir und machten uns nach dem Abendessen auf Funchal bei Nacht zu erleben. Es ist toll einfach wieder in Restaurants ohne Beschränkung einzukehren.

Zum Abschluss genossen wir noch einen leckeren Poncha in einer Bar direkt am Hafen mit Lifemusik. Poncha ist das traditionelle Getränk auf Madeira und besteht aus einem madeirischen Brand, dem Aguardente de cana-de-açúcar, aus frischem Zuckerrohrsaft, Bienenhonig und einheimischen Zitronen in einem Mischungsverhältnis von einem Drittel, sehr lecker.

Madeira ist allgemein als Blumeninsel bekannt und dies zu Recht. Mein erster Besuch war in der Vorweihnachtszeit, mitten im Winter und überall hat es geblüht. Als Blumenliebhaberin war und bin ich immer wieder begeistert und auch dieses Mal habe ich mich besonders auf die portugiesische Insel Madeira gefreut. Sie ist wegen ihrer einzigartigen Pflanzenvielfalt und ungewöhnlichen Landschaft ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Trotz des vielen Sonnenscheins ist die Insel sehr grün und bietet damit eine traumhaft schöne Landschaft, vereint gekonnt die Wunder der Natur. Selbst im Sommer liegen die Temperaturen bei angenehmen 24 Grad. Der höchste Berg ist der Pico Ruivo.

Da ich bereits die Insel beim letzten Besuch in Form einer Rundreise ausgiebig erkundet hatte, entschied ich mich dieses Mal für die wunderschöne Hauptstadt Funchal. Bei einer Tukxi-Tour durch die Gassen der Stadt kam ich in Ecken von Funchal, wo man mit einem großen Bus nie hinkommt.

Das Tukxi erinnert mich an eine asiatische Rikscha. Unser netter Fahrer fährt mit uns durch die engen und labyrinthischen Kopfsteinpflasterstraßen der Altstadt von Funchal. Er bringt uns an Aussichtspunkte, wir erleben einen spektakulären Panoramablick auf die Küste von Cabo Girão und den Hafen, wo unser Schiff, die World Voyager angelegt hatte.

Nach unserer einstündigen Tour ziehe ich auf eigene Faust los, ich hatte eine Verabredung mit einer langjährigen Facebookfreundin Isabel Rodrigues, die in Madeira wohnt und als Deutschlehrerin arbeitet. Bisher kannte ich sie noch nicht persönlich, deshalb wollten wir meinen Besuch zu Kennenlernen nutzen. Ich treffe mich mit Isabel an der Bergstation der Bergbahn, eigentlich wollte ich damit auf den Berg fahren, aber es war einfach zu voll.

Ihr Mann Hilario betreibt unweit der Talstation ein kleines Reisebüro „Flora Travel“ und bietet geführt Touren auf Madeira an. Er spricht ebenfalls perfekt deutsch. Mehr Informationen zu dem Reisebüro von Hilaro finden sie https://www.floratravel.pt/de/, hier kann man auch interessante Touren über die Insel buchen.

Er holte uns mit seinem Kleinbus ab und fuhr mit uns auf den Berg zum Zarcos Restaurant. Hier genossen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen mit traumhaftem Blick auf den Hafen von Funchal. Ich danke Isabel und Hilario für die Einladung. Rechtzeitig zur Abfahrt brachten mich die Beiden wieder in den Hafen zu meinem schwimmenden Hotelzimmer und kurz danach hießt es wieder, Leinen los und wir nehmen Kurs auf Lanzarote.

Außergewöhnliche Vulkaninsel Lanzarote

Die nächste Insel, die wir anliefen, ist die Kanareninsel Lanzarote. Wir legten im Hafen von Arrecife, Lanzarote an. Lanzarote ist für ihre schwarzen Strände, den Timanfaya Nationalpark mit seinem Vulkangestein, ungewöhnlichen Weinanbau und den den Kakteen bekannt. Die Landschaft gleicht einer Mondlandschaft und es ist fast immer sonnig und warm.

Wir machten einen Ausflug in den Nationalpark Timanfaya Nationalpark, dessen Wahrzeichen ein Teufel ist. Hier wurde uns an Hand von Experimenten die unterirdische Hitze des Timanfaya-Vulkans vorgeführt.

Wir bekamen heiße Lavasteine auf die Hand, die Hitze reicht heute noch aus, um einen Heuballen zu entzünden. So wird der Grill im Restaurant „El Diablo“ mit der Hitze des Vulkans beheizt und deshalb zählt es zu den originellsten Restaurants der Insel. Uns wurde demonstriert, wie die Vulkanhitze eingegossenes Wasser emporschießen lässt, dazu goss ein Mitarbeiter des Nationalparks Wasser in ein Loch und kurze Zeit später schoss eine Fontaine empor.

Wir durchfahren die bizarre Vulkanlandschaft mit unserem Bus, wobei eine schreckliche Musik von unserem Reiseführer gespielt wurde, eine zehn Kilometer langen Rundtour durch die Feuerberge. Ich erfuhr, dass diese Landschaft 1972 als Kulisse für die Dreharbeiten zu dem von Jules Verne verfassten Romans „Die geheimnisvolle Insel“ diente, wie passend.

Vor rund 300 Jahren kam es hier 6 Jahre lang zu Vulkanausbrüchen, dabei wurden rund ein Viertel der rund 850 Quadratkilometer großen Insel von den Lavamessen begruben. Man hat heute noch den Eindruck, als hätte sich der Vulkanausbruch gerade erst ereignet. Es ist einfach spektakulär die gigantischen Lavahöhlen, Aschefelder und Felsformationen, von denen man den Eindruck hatte, dass sie erfroren sein, anzuschauen. Wir fuhren vorbei an Vulkankegeln und Kratern.

Das Bild der Städte auf Lanzarote wird von weiß gekalkten Häusern mit blauen oder grünen Fensterrahmen und Türen geprägt. Beim Fahren über die Insel fielen uns die eigenartigen im Halbkreis aufgeschichteten Steinmauern auf. Diese dienen als Schutz der Weinpflanzen vor dem Wind, die Winzer bauen so geschützt ihre Weinreben an. Wir besuchten einen Winzer und konnten den leckeren Wein probieren.

Ostern an Bord

Es war Ostersonntag und wir wurden mit einem Osterköbchen auf der Kabine überrascht. Das Küchenteam hatte sich besonders viel Mühe mit der Osterdekoration auf dem Buffet gegeben.

Urlaubsinsel Gran Canaria

Gran Canaria ist die drittgrößte Kanareninsel und bietet 236 Kilometer traumhaft langen Küste mit feinen Sandstränden. Die vielen Handwerksmärkte, die Strandpromenade mit Cafés, Restaurants, die kulinarische Köstlichkeiten anbieten und Bars für einen kühlen Drink sind besonders beliebt. Sie ist ein wahres Urlaubsparadies.

Berühmt ist Gran Canaria für seine 404 Hektar großen, traumhaft schönen Sanddünen von Maspalomas, an der Südküste der Insel. Sie gelten als einer der beliebtesten Orte für Touristen auf Gran Canaria. Die Wanderdünen erinnern an eine Wüste. Sie stehen unter Denkmalschutz und sind ständig in Bewegung. Sie kommen pro Jahr fünf bis zehn Meter in Richtung Westen voran, wo sie von einer Meerwasserlagune aufgehalten werden. Es wurde extra darauf hingewiesen, die Dünen nicht zu betreten, aber einige konnten es einfach nicht lassen.

Wir besuchten den kleinen Küstenort Puerto de Mogan, im Südwesten der Insel. Mich erschütterten als erstes die vielen Liegen am Strand etwas, dies wäre nichts für mich. Weiter ging es zu dem traumhaft schönen Hafen mit seinen charmanten weißen und bunten Appartementhäusern und kleinen Hotels, direkt am Wasser und den vielen bunten Pflanzen. Dieser kleine Hafenort wird auch das Venedig von Gran Canaria genannt. Im glasklaren Wasser konnte ich jede Menge große Fische beobachten. Zahlreiche kleine Brücken führen über den Kanal vom Hafen in den Ort.

Hier kann man es aushalten und so ließen wir uns in einem Strand-Café einen leckeren Eisbecher schmecken. Das musste trotz der geringen Zeit, die wir hatten, einfach sein. Ein Wahrzeichen der Insel ist der Drachenbaum „Draco“, er galt lange Zeit als heilig. Sein Harz verfärbt sich bei Kontakt mit der Luft rot und deshalb hielten frühere Generationen es für Drachenblut, das eine heilende Wirkung haben sollte.

Die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria, die wir zu Fuß erkundeten, ist echt sehenswert. Es ist sehr heiß, wofür der feinkörnige Sandsturm aus Afrika, der Calima schuldig war, der wie eine Glocke über der Insel hing. Es ging zu einen der beiden großen Stadtstrände, dem drei Kilometer langen Playa de Las Canteras. Zum Baden hatten wir keine Lust, wir nahmen stattdessen einen Cocktail am Strand in der Casa Roja. Am späten Abend legte die World Voyager ab und nahm Kurs auf unser letztes Ziel, die Insel La Gomera.

Zweitkleinste Insel La Gomera

Am vorletzten Tag meiner Kreuzfahrt legten wir in San Sebastian, dem Hafen von La Gomera, der zweitkleinsten zu Spanien gehörenden Kanarischen Insel an. Die Insel ist knapp 20 Kilometern von Nord nach Süd lang und, zerklüfteter vulkanischer Gebirgslandschaft bedeckt und von Wanderwegen durchzogen. Der letzte Vulkanausbruch fand vor zwei Millionen Jahren statt.

Ich hatte mich entschlossen die Hafenstadt San Sebastian auf eigene Faust zu erkunden, dies war gut zu Fuß vom Schiff aus möglich. Das kleine Städtchen ist in den Hang gebaut und ich ging etwas noch oben, um einen tollen Ausblick über die Stadt zu haben. Teilnehmer der Bergwanderung erzählten mir später, dass es einen, in den 1970iger bis 1980iger Jahren, im „Tal des großen Königs“, beliebten Treffpunkt für Hippies gab.

Meine erste Seekreuzfahrt konnte ich nur genießen, sie war fantastisch, besonders die familiäre Atmosphäre auf dem kleineren Schiff war beeindruckend. Die kanarischen Inseln, Porto Santo und Madeira, sind jede einzelne eine Reise wert und es war bestimmt nicht mein letzter Besuch. Ich hatte eine unvergessliche Zeit an Bord der World Voyager mit ihrer tollen Besatzung. Mehr dazu https://www.nicko-cruises.de/angebote/seereisen-world-voyager

Danke an nicko cruises, dem gesamten Team des Schiffes für die tolle Reise und die Unterstützung meiner Recherche. Diese Reise wird mir immer in bester Erinnerung bleiben. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt meinem Kabinen-Stuart Made und dem besonders freundlichen Serviceteam, die uns während der Reise verwöhnten. Ein großes Lob gilt dem Küchenteam von Diana Watta, die uns während der gesamten Kreuzfahrt mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnten.

Fotos Gabriele Wilms

Zum Teil 1 meiner Kreuzfahrt mit der ist hier zu lesen https://toureal.de/kreuzfahrten/36476/mit-der-world-voyager-die-kanaren-und-madeira-erkunden-teil-1.html

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Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 758 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit als Reisejournalistin und Bloggerin. Ich bin Inhaberin des Reisemagazin Toureal und betreue es als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher in den schönsten Hotels, Regionen Europas und weltweit für unser Reisemagazin unterwegs .

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