Costa Venezia – Kreuzfahrt durchs östliche Mittelmeer (Teil 2)

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Meine erste Kreuzfahrt mit einem richtig großen Ozeanriesen führt mich auf die neue MS Costa Venezia zu einer einwöchigen Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer, hier der zweite Teil meiner Erlebnisreise.

Im ersten Teil meiner Kreuzfahrt mit der Costa Venezia habe ich über meine Reiseerlebnisse von Istanbul und Kreta erzählt.

Besuch der wunderschönen griechischen Insel Rhodos

Von Kreta fuhren wir mit der Costa Venezia zur viertgrößte Insel Rhodos und legten am Morgen gleich vor der Stadtmauer von Rhodos Stadt an. Ich bin gleich von Anfang an von Rhodos begeistert. Besonders die Nähe zur attraktiven Stadt hatten mich absolut begeistert.

Am Vormittag starteten wir als erstes mit dem Bus zu unserem Ausflug in die antike Stadt Lindos mit Ihrer beeindruckenden Akropolis. Auf der etwas längere Busfahrt konnte ich mir schon ein Bild von der Schönheit von Rhodos machen. Der Bus kann nur oberhalb der Stadt parken, runter nach Lindos oder wieder zum Busparkplatz kann man zu Fuß gehen oder mit einem Shuttlebus fahren.

Lindos wurde etwa im 11. Jahrhundert v. Chr. von Griechen an der Ostküste von Rhodos gegründet. Es ist ein typischer kleiner griechischer Ort mit kleinen Gassen, weiß gekalkten Häusern und vielen interessanten Geschäften, die natürlich gern von Touristen und natürlich auch mir zum Shoppen besucht wurden. Leider hat wieder einmal die Zeit für einen ausgiebigen Shoppingbummel gefehlt. Ich muss auf jeden Fall wiederkommen.

Der Ort hatte die perfekte Lage, zum einen war da die leicht zu verteidigende Burg und zum anderen verfügte er über zwei natürliche Häfen, was ihn schon früh zum Zentrum der Kontakte zwischen der griechischen Welt und den Phöniziern machte. Inmitten der Stadt befindet sich die Marienkirche von Lindos mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Das Wahrzeichen von Lindos ist die auf dem 116 Meter hohen, steil aufragende Felsen gelegene Akropolis mit gewaltigen Torbögen aus dem 4. Jahrhundert und Reliefs, die um 280 v. Chr. entstanden sind.

Die Akropolis ist von weiten gut sichtbar. Der Aufstieg ist nicht ganz ohne, aber gut zu schaffen. Am Wegesrand saßen junge Musiker und spielten typische griechische Musik. Wer den Weg zu Fuß nicht schafft, hat auch die Möglichkeit auf einem Esel nach oben reiten. Mir persönlich würden die Tiere leidtun, wenn sie mich nach oben tragen müssten, das käme für mich nie in Frage.

Die Bewohner von Lindos errichteten einen Tempel zu Ehren der Athena Lindia, der im 4. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde. Im unteren Bereich auf dem Plateau befindet sich die aus dem 14. Jahrhundert stammende Johanniterfestung. Der teilweise rekonstruierte Tempel der Athena Lindia befindet sich am höchsten Punkt des Felsens.

Die Akropolis von Lindos besteht heute aus den Ruinen der Reste des spätmittelalterlichen Johanniter-Kastells, der mittelalterlichen Burg und einen Herakles-Tempel. Sie bot den Bewohnern aller historischen Perioden ein Heiligtum mit religiöser Bedeutsamkeit und einen Zufluchtsort.

Von oben, von dem Fels-Plateau hat man einen traumhaft schönen Rundumblick auf die Stadt und die Häfen.

Wieder zurück auf dem Schiff gab es erst einmal ein leckeres Mittagessen. Da wir den ganzen Tag im Hafen lagen, blieb ausreichend Zeit für einen Spaziergang auf eigene Faust durch den schönen historischen Stadtkern von Rhodos-Stadt. Da die Costa Venezia ja direkt an der 5 km langen Stadtmauer angelegt hatte, war ich nach wenigen Minuten zu Fuß mitten in der Stadt und den vielen kleinen urigen Gassen. Die schöne Innenstadt mit typisch, griechischen Charme lädt perfekt zum Bummeln und zum Genießen ein. So kehrten wir in einem einheimischen Café auf einen leckeren Cappuccino ein.

Gespräch mit Kapitän Giulio Valestra und Hotelmanager Miguel Munir

Zurück an Bord hatte ich die Gelegenheit den Kapitän Giulio Valestra und Hotelmanager Miguel Munir bei einem Gespräch kennen zu lernen und etwas über den Alltag der 1200-köpfigen Crew aus 40 Nationen zu erfahren und was ihnen an Bord besonders wichtig ist. Bei einem lockeren Gespräch erfuhren wir, dass die Crew alles für die Gäste tut, dass sie sich vom ersten Moment an als Teil der Costa-Familie fühlen.

Kapitän Giulio Valestra ist ein typischer Italiener und mit seinen 49 Jahren ein begeisterter Seemann, der mehrfach sagte, dass er seinen Beruf liebt und seine Arbeit emotional schön und auch romantisch ist. Er schwärmt regelrecht davon, wie er nachts auf der Brücke steht und unter dem Himmel mit tausenden Sternen, sich der Mond auf dem Wasser spiegelt und das Schiff über das Meer gleitet. Er ist von seiner „Lady“, wie er die Costa Venezia liebevoll nennt und der neuen Venezia-Route total begeistert. Mit der gleichen Leidenschaft und mit strahlenden Augen erzählte er von seiner Heimat Sorrento. Genauso leidenschaftlich und typisch italienisch berichtete er von seiner Familie und den Momenten, wo er seine Frau und Kinder vermisst.

Als erster Kapitän seit der Taufe kennt er natürlich die technischen Vorzüge des hochmodernen Schiffes und sagte uns das aus dem Schornstein nur Dampf kommt und Verbrennungsreste über Diesel-Scrubber gereinigt werden. Ihm sowie Costa ist es wichtig, das Meer und die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Sein Augenmerk legt er auf einen geringen Treibstoffverbrauch.

Hotelmanager Miguel Munir stimmte dem zu, was der Kapitän über Leben an Bord erzählte. Hotelmanager Miguel beschrieb seine Arbeit an Bord “Wir fühlen uns hier alle als Costa-Familie. Das leben wir und wenn das der Gast ebenfalls spürt und ein Teil unserer Costa-Familie wird, haben wir unser Ziel erreicht.”. Er meinte man hat zwei Familien eine Familie an Land daheim und die zweite Familie ist die Crew an Bord.

Letztes Ziel unserer Reise Kusadasi, Ephesos in der Türkei

Am Morgen des nächsten Tages erreichten wir unseren letzten Hafen und dies war zugleich der Erstanlauf von der Costa Venezia in Kusadasi. Aus diesem Anlass fand eine Zeremonie des traditionellen Plakettentausches zwischen Schiffsführung und Hafendirektion statt. Dies verpasste ich leider, da wir uns zur gleichen Zeit auf einem Ausflug in das historische Ephesos befanden.

Das Haus der Mutter Maria steht südwestlich von Selçuk, eine Pilgerstätte, hier soll Maria ihre letzten Lebensjahre verbracht haben.

Im Altertum war Ephesos eine der ältesten, größten und bedeutendsten Städte Kleinasiens, die direkt am Meer lag und es beherbergte den Tempel der Artemis, eines der Sieben Weltwunder. Heute ist Ephesos eine touristische Hauptattraktion der Türkei.

Die Kuretenstraße, der sogenannte Prozessionsweg, war eine der Hauptstraßen der antiken Stadt Ephesos. Sie erhielt ihren modernen Namen von dort gefundenen Inschriften der ephesischen Kureten, die ursprünglich aus dem Prytaneion, einem zentralen städtischen Amts- und Kultgebäude des antiken Ephesos, stammten. Die Straße wurde mit Kalkstein- und Marmorplatten gepflastert und führt vom Herakles-Tor zur Celsus-Bibliothek weiter zum großen Theater.

An der Straße befinden sich die Reste des Hadrianstempel, dessen Bogen sehr beeindruckend war.

Die Celsus-Bibliothek aus dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. Ist beeindruckend, sie hatte mich an das Portal in der Felsenstadt Petra in Jordanien erinnert. Dabei handelt es sich nicht nur um das Bibliotheksgebäude, sondern auch um das Grab des Stifters Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus, dessen Name die Bibliothek trägt. 1903 wurden die Überreste bei Ausgrabungen entdeckt. Die Bibliothek wurde zwischen 117 und 125 durch die Familie des Suffektkonsuls Iulius Celsus erbaut. Sie war zugleich Denkmal und Mausoleum für Iulius Celsus.

Von 1970 bis 1978 erfolgte der Wiederaufbau der eingestürzten Fassade und sorgte für die Bekanntheit der Bibliothek. Sie befand sich im antiken Stadtzentrum südlich von der unteren Agora, einem der beiden Marktplätze der Stadt. Einer der Gänge der Bibliothek führt schräg hinab zu einer kleinen Krypta, der Grabkammer des Celsus, die sich genau unter der Apsis befindet und den Sarkophag enthält.

Wir gingen weiter auf der mit Marmor gepflasterten Prachtstraße und kamen zu dem großen Theater von Ephesos. Es ist wirklich beeindruckend groß und wenn man so in der Mitte steht, kann man sich Szenen von Aufführungen und Spielen vorstellen. Hier soll auch der Apostel Paulus die in der Apostelgeschichte geschilderte Szene mit den Devotionalienhändlern des Artemistempels erlebt haben.

Kusadasi verfügt über eine weitläufige, nahe dem Schiff gelegene Strandpromenade, was ich später noch zu einem Spaziergang nutzte. Von der Strandpromenade hatte man einen fantastischen Blick auf die schöne Costa Venezia. Von Kusadasi fuhr das Schiff wieder nach Istanbul, wo wir es am Morgen verließen, um wieder heim zu fliegen. Das Auschecken und der Transfer zum Flughafen verliefen reibungslos und ich war beeindruckt, wie gut alles organisiert war.

Die Costa Venezia wechselt laut neuester Meldung ab Frühling 2023 unter dem neuen Konzept COSTA by CARNIVAL für nordamerikanische Passagiere in die Flotte der Carnival Cruise Line.

Ich werde das Schiff, die Costa Venezia in einen weiteren Artikel ausführlich vorstellen. Es war meine erste Kreuzfahrt mit solch einem großen Schiff und ich muss sagen, ich war vom ersten Moment an total begeistert. Nun gut, es waren nur rund 1000 statt 4500 Passagiere an Bord. Aber die von Herzen kommende Freundlichkeit der gesamten Crew und das Bella Italia auf dem gesamten Schiff hatten mich in jeder Hinsicht in ihren Bann gezogen. Ich hatte die Kreuzfahrt vom ersten Moment an sehr genossen.

Ich danke Costa Kreuzfahrten, sowie der gesamten Crew der Costa Venezia für die Unterstützung bei dieser tollen Recherchereise.

Fotos Gabriele Wilms

Im ersten Teil meiner Kreuzfahrt mit der Costa Venezia habe ich über meine Reiseerlebnisse von Istanbul und Kreta erzählt. „Costa Venezia – Kreuzfahrt durchs östliche Mittelmeer (Teil 1)

Wer noch mehr Details zum Schiff lesen möchte schaut bei Stephan aus seinem Portal shipsatsea.de oder bei Olivers Artikel auf CruiseStart.de vorbei. https://shipsatsea.de/stories/costa-venezia-3/ und https://www.cruisestart.de/costa/costa-venezia-schiffsportrait/31063

Noch mehr „Türkei und Griechenland: Mit Costa Kreuzfahrten durch das östliche Mittelmeer

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Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 765 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit als Reisejournalistin und Bloggerin. Ich bin Inhaberin des Reisemagazin Toureal und betreue es als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher in den schönsten Hotels, Regionen Europas und weltweit für unser Reisemagazin unterwegs .

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